LEEROY & ICH

 

Leeroy war nicht geplant.
Und überhaupt...sollte es einen dritten Hund erst (frühestens) 2007 geben.
Klein und mit halblangem Fell sollte er sein und mein bisheriges Rudel einfach ergänzen.
Ich wollte keinen Rüden, keinen Tricolour und keinen Hund, der die Rute über den Rücken trägt.
Und was habe ich bekommen (wissentlich natürlich!). Genau das alles !!!
Es ist wohl das Schicksal gewesen, dass mal wieder zugeschlagen hat.
Im März 2004 lernte ich Christa und Monika auf meinem ersten Agility-Seminar kennen. Christa hatte ihr kleines Löwchen (Hallo, Cera !) dabei. Das erste Löwchen, dass ich live erleben durfte. Ich hatte während des Seminars einige Bilder vom Training geschossen und versprach, diese auf CD zu brennen und allen zu schicken.
Diese Aktion dauerte jedoch bis September (bis ich endlich fähig war, Fotos zu brennen). Mitte September begegneten wir (Nemo, Faye und ich!) auf einem Spaziergang zwei Löwchen.
Ein kleiner weißer Rüde wirbelte um uns herum und Faye war sofort begeistert von dem kleinen Wirbelwind. Nemo zeigt sich neutral und hatte kein Interesse an dem Kleinen. Schon seit Wochen durchstöberte ich diverse Internetseiten von Züchtern um mich für 2007 vorzubereiten und einen tollen Züchter zu finden und ich träumte eigentlich von einem schwarz-weißen Sheltiemädchen.
Der kleine "Löwe" brachte mich jedoch dazu, in der nächsten Woche an Christa eine e-Mail in die Schweiz zu schreiben. Ich wollte etwas mehr über die Rasse Löwchen erfahren und der Reiz, eine etwas unbekanntere Rasse zu haben, machte mich offen für diese „Kleinen“.
Aber anstatt das Christa kräftig Werbung für die Löwchen machte, schrieb sie mir einen „Link“ zu einem kleinen Papillonrüden, der noch zu haben wäre.
Natürlich habe ich den Link verfolgt und wollte ihn mir nur mal angucken.

Von da an war ich jeden Abend auf der Website von Frau Bolt und schaute mir den kleinen Leeroy an. Schwarz-weiß, mit einer feinen Blesse und nach der Beschreibung ein Wirbelwind, der sich für Agility eignen würde.
Nach einer Woche schrieb ich Christa wieder eine Mail.
Ich schrieb ihr nur, daß ich mir den Papillon schon 1000 mal angeschaut hätte,seither nicht mehr gut schlafen würde und der Kleine sicher schon vermittelt ist und wenn nicht, wollte ich nur wissen, wie alt er ist.
Natürlich hatte ich mit der Antwort gerechnet, dass der "Goldjunge" schon längst vermittelt ist und ich mit dieser Antwort endlich wieder ruhige Nächte hätte.
Aber es kam anders...
Am nächsten Tag (Dienstag 21.09.04) hatte ich gleich 3 Mails. Eine von Christa, eine von ihrer Freundin Regula B. und eine von Doris, Leeroys Züchterin persönlich.
Herzklopfen!
„Der Kleine ist 14 Wochen alt und noch zu haben.“
Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich folgte Doris Aufforderung etwas mehr über mich zu schreiben. Ich war mir sicher, daß ICH diesen Hund nicht bekommen würde, denn es stellte sich schnell heraus, daß er einer der besonderen Papillons ist.

Ich schrieb den ganzen Dienstag lang mit Doris Mails und rechnete mit einer Absage.
Aber als plötzlich die genau gegenteilige Nachricht aus der Schweiz kam, war ich überrascht, platt, geschockt und konnte es nicht fassen.
Warum ich? Und warum jetzt?
Es folgte eine weitere schlaflose Nacht und Diskussionen mit Freunden (Hallo, Ste, Iris & Henni!)
Es war zu spät um einfach nur „Nein, danke!“ zu sagen. Dann hätte ich mich bis zum Ende meines Lebens gefragt, was wäre gewesen, wenn...
Also....musste ich in die Schweiz fahren und mir Leeroy angucken. Irgendwie hoffte ich noch immer, dass es aus irgendwelchen Gründen nicht klappen würde. Und das es Gründe wären, die ich nicht beeinflussen konnte und damit ich mich nicht selbst entscheiden musste.
Es wollte mir aber niemand eine Entscheidung abnehmen. Ganz im Gegenteil. Es lief alles ganz glatt. Urlaub beantragt und Unterkunft organisiert. Es wollte aber auch partout nichts schief gehen. Warum?
Angst.
Noch mehr Verantwortung...und was würden Faye und Nemo dazu sagen?

Freitag, am 24.09.05 fuhren wir drei in die Schweiz. Alles verlief reibungslos, wie schon gesagt.
Kurzfristig Urlaub nehmen und Unterkunft in der Nähe von Emmendingen bei meiner Tante als Zwischenstop organisieren.
Kein Stein rollte sich in unseren, in meinen,Weg.

Ich stand da, bei Doris und Sep im Flur bzw. ich hockte, umringt und inspiziert von Bandit, Churchill, Deborah, Holly, Farfallina, Titanico, Lionel, Lotus und Ivy.
Leeroy hielt Abstand und es schien als merkte er sofort, das es um ihn ging.
Wir haben uns beschnuppert und beobachtet und mit Doris und Sep verfiel ich schnell in Fachsimpeleien übers Agiltiytraining und Hundehaltung.
Zwischendurch ein kleiner Spaziergang mit Nemo, Faye, Ivy, Titanico, Churchill, Bandit und Leeroy. Faye fand sofort Gefallen an dem kleinen Kerl und er ebenso an ihr.
Das gefiel mir und ich hatte ein gutes Gefühl. Nemo war neutral und unbeeindruckt.
Letztendlich konnte ich gar nicht anders, als den kleinen Kerl mitnehmen.
Schweren Herzens entschied ich mich für ihn und hatte ein unendlich schlechtes Gewissen, weil ich ihn Doris wegnehmen würde (Ich weiß, DU hättest ihn gern behalten!) und weil ich Angst hatte, mich mit der Verantwortung für ihn zu übernehmen, war ich im Grunde fix & fertig und überhaupt nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung war..
Gemischte Freuden- und Angst-Tränen zum Abschied.

Und von da an war er da.

Immer dort, wo man ihn nicht gebrauchen kann.
Stets da, wo man ihn nicht vermutet,
aber einfach da und nicht mehr wegzudenken.

Bis heute sind keine Schlappen vor ihm sicher.
Socken haben seit Leeroys Einzug Beine und verteilen sich rasent schnell in der gesamten Wohnung.

Wenn es für seine Rasse keinen Namen geben würde, dann würde ich ihn Border Terrier taufen. Intelligent wie ein Border und mutig (bis Größenwahnsinnig) wie ein
Terrier.
Auf der ganzen Linie aber einmalig.

Am Samstag kehrten wir zurück nach Hause und am Sonntag mussten wir gleich mit Nemo zu einem Agilityturnier.

„Was ist denn das? Ist es schon 2007?“ waren die Begrüßungsworte der Anderen.
Doch 5 Minuten später, wenn sie Leeroy einmal auf dem Arm hatten, konnte jeder nachfühlen, warum ich ihn nicht nicht mitnehmen konnte.

Danke, Christa & Regula B., ohne Euch hätte ich ihn nicht gefunden.
Danke, Frau Bolt, daß Leeroy auf Ihrer Webseite zu sehen war.
Danke, Ste für die Worte: "Machs doch!"
Danke, Iris, für die Urlaubsvertretung und das Zuhören im Büro
Danke, Henni fürs Helfen und Da sein in den ersten Tagen/Wochen (und heute!)
Danke, Doris & Sep, für Euer wahnsinniges Vertrauen
Danke, Farfallina & Churchill für den Goldjungen
Danke, Schicksal (bin gespannt, was Du Dir als nächstes überlegst.)
Danke, Mama & Papa...das Ihr noch einen mehr ertragt.
Danke, Nemo & Faye, für Eure Geduld & Erziehungshilfen